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Das Wetter in Irland

Überall auf der Welt ist das Wetter Gesprächsthema, aber selten so sehr wie in Irland. Und auch ich werde kaum so oft zu etwas gefragt wie zum irischen Wetter. „Wann ist die beste Reisezeit?“ „Wie ist das Wetter im X (ersetze X durch Juni, November, März, etc.)?“ „Wie oft und wie lange regnet es?“ „Wie oft und wie lange scheint die Sonne?“ „Welche Kleidung sollte ich mitnehmen?“ Die Liste der Fragen zu den meteorologischen Gegebenheiten auf der Grünen Insel ließe sich beliebig fortsetzen.

Versuchen wir uns der Thematik mit Fakten und Erfahrungswerten zu nähern (was bis zu einem gewissen Grad möglich ist): Irland liegt im Atlantik, westlich davon kommt lange nichts und dann Amerika, östlich kommt ziemlich bald Großbritannien. Die Koordinaten für den geographischen Mittelpunkt Irlands lauten 53° 28′ N, 7° 46′ W. Irland wird vereinfacht gesagt an den Küsten von Bergen umgeben, das Landesinnere ist flach bis hügelig. Daraus ergibt sich, dass die aus dem Westen kommenden Wolken sich über tausende Kilometer aufladen und geradezu danach lechzen sich abregnen zu können, was Sie dann an der Westküste Irlands mit Vorliebe tun. Es regnet also an den Küsten und hier insbesondere im Westen mehr als im flachen Inneren der Insel, aber beileibe nicht so viel wie man meinen könnte.

Ein weiterer Fakt zum Wetter auf der grünen Insel: Irland liegt im Einflussbereich des Golfstroms. Zusammen mit der Lage im Atlantik im nordwestlichen Bereich Europas bedeutet das gemäßigte Temperaturen mit relativ milden Wintern und relativ kühlen Sommern. Schnee gibt es im Flachland selten, wenn dann bricht für kurze Zeit das Chaos aus; „winter tyres“, also Winterreifen sind dem Iren unbekannt, er bräuchte sie hätte er denn welche kaum. Wenn er sie aber bräuchte hat er keine. Ebenso selten gibt es das, was der vom Klimawandel geplagte Festlandseuropäer als Hitze bezeichnet, was die Iren und die irischen Medien aber nicht davon abhält, bei mehreren Tagen mit mehr oder weniger deutlich über 20°C von einer Hitzewelle (heat wave) zu sprechen. Ich erinnere mich an ein Titelbild des Irish Independent, auf dem zu sehen war, wie ein Ferkel im Dublin Zoo nach ein paar Tagen Sommerwetter (d.h. der irischen Definition davon) mit Sonnencreme eingerieben wurde um Sonnenbrand zu vermeiden, etwas das ein Italiener, Spanier oder Grieche wohl übertrieben fände.

Regenbogen in Connemara
Regenbogen in Connemara

Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei milden 10°C, die höchste jemals gemessene Temperatur lag bei knapp über 33 Grad (gemessen im 19. Jahrhundert und noch einmal 90 Jahre später knapp unter 33 Grad, soviel zur Häufigkeit solcher Phänomene), die niedrigste bei etwa minus 19 Grad. Es gibt Statistiken zur Durchschnittstemperatur jeder Jahreszeit und jedes Monats, genauso wie zu den entsprechenden Niederschlagsmengen. Und jetzt kommt die schlechte Nachricht: für Ihren Irlandaufenthalt lässt sich dadurch nicht im geringsten vorhersagen wie wohl das Wetter wird, bestenfalls eine statistische Wahrscheinlichkeit, die mit der Praxis dann meist nichts zu tun hat. Ich habe schon im März zu St. Patrick’s Day geschwitzt und mir im Juli den Allerwertesten abgefroren. Was man sagen kann: das irische Wetter ändert sich ständig, es kann zehnmal am Tag regnen und ebenso oft die Sonne scheinen, manchmal auch beides gleichzeitig. Und auch mal ein paar Tage durchregnen oder die Sonne scheinen, nicht mal auf das häufig wechselnde Wetter kann man sich also hundertprozentig verlassen. Seien Sie kleidungs- und stimmungsmäßig auf alles vorbereitet, es kommt nie so schlimm wie befürchtet und selten so gut wie erhofft. Ach ja, Regen ist nicht gleich Regen, oft ist es auch nur ein Nieseln (drizzle), das bezeichnet der Ire dann als „soft day“.

Die Standardvorhersage der bemitleidenswerten (oder beneidenswerten?) Meteorologen Irlands lautet: „Some outbreaks of rain and drizzle with sunny spells in the afternoon“.

Das Verhältnis des Iren und der Irin zu seinem/ihrem Wetter ist dementsprechend fatalistisch, der Münchner kann ja auch nichts daran ändern, dass zur Oktoberfestzeit alle Seppeln und Lieseln in Lederhose und Dirndl herumlaufen. Er/sie spricht viel darüber, weil es immer Gesprächsstoff gibt, aber er/sie weiß auch, dass das Wetter in Irland eben so ist wie es ist und freut sich über Kleinigkeiten wenn es nicht anders geht. Ich bin schon mit „what a nice day“ begrüßt worden, wo ich mir nur gedacht habe „Hä?“ Viel öfter aber war ich von schönem Wetter und von tollen Wolkenstimmungen begeistert und von milden Temperaturen wenn in Deutschland eisiger Winter herrschte. Und es wäre ja auch irgendwie blöd wenn man Irland als die "Braune Insel" bezeichnen müsste, weil es plötzlich nicht mehr genug für die „fifty shades of green“ regnen würde, die uns alle so begeistern.

Der hilfreichste Spruch zum irischen Wetter lautet nach meiner unmaßgeblichen Meinung: „It never rains in a pub“

Ich werde hier keine Tabellen mit Auflistung von monatlicher Niederschlagsmenge, Temperatur und Sonnenscheindauer veröffentlichen um Sie nicht in falscher Sicherheit zu wiegen was die Vorhersagbarkeit des Wetters bei Ihrer Irlandreise angeht, sie finden aber solche natürlich im Netz.
Nur so viel zur Einschätzung der Niederschlagsmengen im jährlichen Mittel laut CLIMATE-DATA.ORG:

  • München 930mm
  • Galway (Westen Irlands) 1075mm
  • Dublin (Osten Irlands) 767mm

Kein Grund sich zu fürchten, oder???

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